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es brodelt, liebe gemeinde!

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meine sparmeister 700

sie hat schon ihre eigenheiten. wenn zum beispiel bettwäsche drinnen ist, dann ist es ratsam, sich auf sie draufzusetzen, wenn der schleudergang einsetzt. hin und wieder – aus völlig rätselhaften gründen, da muss sie nicht mal übermässig angfüllt sein – überschwemmt sie mein bad, weil sie nicht richtig abpumpt und das wasser lieber hinten beim überlaufventil rausspuckt. das kommt leider in letzter zeit vermehrt vor und ich glaube, die maschine will mir damit was sagen.

diese sparmeister 700, eine 2nd(oder 3rd?)hand waschmaschine von werner, die mir seit jahren gute dienste geleistet hat, scheint nun endgültig in den letzten zügen zu liegen. das macht mich doch ein wenig sentimental. sie ist die erste waschmaschine, die ich je hatte. ja, ich hab sie am 26.1.2003 bekommen, somit war ich über 27 jahre alt, als ich mich schließlich dazu durchringen konnte, meine mama von der last des für-gerda-wäsche-waschen (und bügeln!) zu befreien. ja, 27! ich schäme mich zugegebenermaßen dafür. aber mama sagte immer, es mache ihr nichts aus, mir (uns, vielmehr) die wäsche zu machen. eine glatte lüge, dessen bin ich mir sicher. mütter sagen sowas immer, aber im grunde halsen wir ihnen doch unnötig was auf, das uns in wahrheit schlicht und ergreifend nicht freut: wäsche waschen nämlich.

die sparmeister 700 begleitete mich bei meinem move von freistadt nach linz. ein meilenstein! sie wurde bei meinem zwischenstop im turm an andere waschbedürftige menschen verborgt und endete schließlich wieder in meiner waschküche/klo/badezimmer.

und jetzt?

jetzt macht sie merkwürdig seufzende geräusche, wenn sie eigentlich schleudern sollte. ich kann es ihr nicht verübeln, der alten dame, muss sie doch ursprünglich mindestens aus den 70er jahren oder frühen 80ern stammen. ihre blütezeit hat sie längst hinter sich. in gewisser weise sind wir uns also durchaus ähnlich.

nun hat die liebe nachbarnixe mir eine pitschepatschenasse ladung wäsche mal gschwind durchgeschleudert, weil die sparmeister 700 sich heute erstmals völlig geweigert hat, wasser abzupumpen und zu schleudern – mit dem ergebnis, dass ich mich entschlossen habe, die alte dame in kürze wohl von ihrem elend zu befreien – und mich auch, denn die von der nachbarin fix durchgeschleuderte wäsche kam so trocken aus der maschine, wie meine wäsche sonst nach einem halben tag rumhängen. es geht also heutzutage deutlich besser, effizienter und trockener, wie man sieht! ökologisch cleverer weil weniger wasser- und stromverbrauch, davon rede ich noch garnicht.

auch, wenn sie sich also wieder aufraffen, zusammenreißen, abpumpen und schleudern sollte – ich werde fortan die augen offen halten nach einer neuen waschmaschine, die hoffentlich alle stückln spielen wird. das geld, das ich einstweilen für einen server zur seite schaffen wollte, wird somit umgeschichtet werden und in housefrowen-notwendigkeiten investiert. denn was sein muss, muss sein: ich als alter ökoschlapfm kann nicht weiter mit einem vorsteinzeitlichen gerät waschen, das meine nach urbaner nachhaltigkeit strebende lebensphilosophie in wahrheit ad absurdum führt.

ein offener brief an die exekutive

also, jetzt hab ich mich ja heute ganz schön ärgern müssen.
du fragst dich, warum?
bestimmt fragst du dich warum!

gut okay, ich erzähls dir:

ich hab am montag mittag mein radl beim neuen rathaus an ein geländer gekettet. wie immer. nach einem laaangen tag, ein paar wiedersehens-stamperln schnapps mitm bog und einem guten, deftigen essen beim wirtn bin ich – ja, man kann durchaus sagen – über die nibelungenbrücke gwoglt. aber keine angst, die frantschisi hatte mich fest im griff. das rad ist so gegen eins auch immer noch schön dort am geländer geparkt, als ich auf der anderen seite der brücke im duliö von drei spozis heimgeleitet werde. ich bin guter dinge, so insgesamt, und ahne nichts böses.

nun ist dienstag. ein weiteres langes tagerl steht mir bevor, nach einer kurzen nacht verschafft mir die morgendliche gesellschaft meiner görls den nötigen kick für den tag. ich knoz also bis umara halb acht im mediensalon und mache mich schließlich auf den weg gen radl. ich vermisse es schon, denn ich lasse den roten flitzer ungern und eigentlich nicht oft längere zeit aus den augen. ich hab ein bissi ein schlechtes gewissen, weil ich dem peter ja versprochen habe, nur mehr mit helm zu fahren. und ich hab zwar meine radlbeleuchtung im rucksack, aber hey, den helm hab ich zu hause. matt und doch auch ein bisserl müde stehe ich so alsbald vor meinem radl. ich traue meinen augen nicht, denn ich finde folgendes vor:

man hat meinem zweifelsohne fetten absperrer einen weiteren hinzugefügt. und eine feinsäuberlich verpackte aufforderung, doch zur abklärung des sachverhalts in die polizeiinspektion zu kommen. WTF? was ist hier los?

ich denke an dinge wie „oh mein gott, ich krieg ein organstrafmandat weil ich mit meinem radl falsch parke! ich habs ja an ein geländer gekettet und nicht sachgemäß im radlständer geparkt.“ ein wirrer gedanke jagt den nächsten und sofort beginnt die umgehende suche nach meiner schuld, meiner schuld, meiner großen schuld. komplett konfus lasse ich mich von franziska, aga und hanna einpacken und zum akakiko entführen. ich zermartere mir den kopf, warum mein radl amtsbehandelt wurde.

jetzt sind wir bei mittwoch. schon beim aufstehen kriege ich mich kaum ein – ich muss sofort zur polizeidienststelle in die kaarstrasse und die sache klären. alter. immerhin muss ich ohne rad alle meine wege zu fuß und mit öffis zurücklegen. du kannst dir vorstellen, dass ich auch ein bissl anbissn bin. das erstaunen des gestrigen abends hat sich in einen durchaus angriffslustigen zustand gewandelt. das soll mir erst mal jemand erklären, denn ich bin mir eigentlich keiner schuld bewusst! all die am abend zuvor plausibel scheinenden delikte gegen die stvo (zum beispiel anketten abseits von radlständern) sind nun keine mehr. und ich weiss, dass ich recht habe und mir mit meinem flitzer nichts zu schulden kommen lassen hab. abgesehen von unverschämt gut ausschauen mit radlhelm.

ich also rein in die dienststelle kaarstrasse. die anwesende polizeibeamtin ist streng aber nett, ich solle doch kurz warten, sie verständige umgehend den kollegen, der mein bike noch einen deut fester am geländer anmontiert hat. der kollege ist auswärts und ich kann nicht so lange warten. ich lasse meine visitenkarte dort und kritzle einen vermerk für den herrn inschbekta hinten drauf. unbefriedigt (dass mir jetzt ja keine depperten kommentare kommen, gell?) verlasse ich die polizeiinspektion und überlege auf anraten des radfachspezialisten meines vertrauens ><{{{*>, mir eine eisensäge zu kaufen.

der herr inspektor, dessen namen ich hier nicht explizit nennen werde, meldet sich gegen halb zwölf bei mir. auch er ist eh ein netter und tut ja nur seine arbeit. es wär bitte folgendes: offenbar hat eine dame behauptet „heeeey, des is MEI radl, des hams ma vor 2 wochen gstoin!“ und ist zur polizei marschiert. in windeseile war mein radl fest fixiert und ich ab sofort in beweisnot: man könne es nicht einfach so wieder freigeben, ich müsse schon beweisen, dass das mein bike sei. ich hätte doch bestimmt eine rechnung aufgehoben.

was?
WAAAS?!
WTF???

WARUM liegt die beweislast in so einem fall bei mir??

WARUM soll ich eine rechnung [in schilling!] von 1998 aufbewahren von einem billigbike, damit man mir mein radl nicht auf verdacht wegnimmt?

WARUM muss ich hebel in bewegung setzen um MEIN eigentum wieder uneingeschränkt benutzen zu können? zahlt mir jemand die tageskarte der öffis, nachdem ich mein radl nicht benutzen kann? nein. darauf bleib ich sitzen, wie mir der herr inspektor später erklärt. ich bin höflich aber bestimmt und fordere die telefonnummer jener dame, die in meinem radl ihr vermeidlich gefladertes wiedererkannt hat. die darf mir nicht weitergegeben werden. welche überraschung.

nun ist in meinem fahrrad eine nummer eingestanzt und mit dieser nummer ist das radl bei der polizeidienststelle freistadt auf meinen namen registriert. gut, denk ich mir, nachdem ich den herrn inspektor ausreichend zugeschwallt hab und er am anderen ende der leitung immer stader und einsilbiger wird, lass ich ihm noch ein stunderl, um die sache mit dem posten in freistadt abzuklären. ich bin ja jetzt sowieso schon unterwegs und das radl brauch ich realistischerweise erst am abend. ich erzähle dem ob meines redeschwalls auch etwas eingeschüchtert wirkenden officer auch, dass mich das bike dokumentierterweise seit jahren begleitet und sage ihm meine url durch. der arme. da ist er an die falsche geraten. weil jetzt geht es mir ums prinzip! franziska und hanna lauschen mit großen augen meinem monolog zum thema beweislast und persönlichem eigentum, den ich etwas resolut dem herrn inspektor halte. ich bin darüber auch durchaus amüsiert und rede mich sogar ein wenig in rage!

meine mama mischt sich jetzt auch noch ein (sie ist eh eine ganz eine liebe, und irgendwoher muss ich ja mein aufmüpfiges wesen auch haben), fährt auf den posten in freistadt und macht radau, weil die im bike eingestanzte nummer bisher nicht verifiziert werden kann. die liste der registrierungen ist in freistadt offenbar bisher nicht auffindbar und ich kann somit nicht schlüssig beweisen, dass das rote schnuggi mein rotes schnuggi ist.

lange rede, ja ich weiss.

aber es gibt ein happy end.

mittwoch am frühen abend meldet sich der herr inspektor nochmal bei mir und sagt mir, dass mein radl nun wieder entsperrt sei. ich bedanke mich höflich und kaue ihm nochmals das ohr ab, denn mir geht es immer noch ums prinzip und ich sehe beim besten willen nicht ein, warum ich hier meinen anspruch beweisen muss und dies nicht umgekehrt der fall ist und man die beschwerdeführerin in die mangel nimmt. ich labere und labere und werde energischer und irgendwann merke ich, dass mir der herr inschbekta tatsächlich irgendwie leid tut. der arme muss sich jetzt auch noch mit einer resoluten lady rumschlagen, die sich nämlich nicht alles gefallen lässt.

aber nix für ungut.

ich schließe gegen 18 uhr mein baby wieder in die arme – okay, zwischen die schenkel – und düse heim. sweety, how have you been? war dein tag auch so aufreibend wie meiner? erzähl mal!

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» the same procedure as last year? «
» the same procedure as every year «

zwanzigzehn gefällt mir total gut, so als jahreszahl.

bestimmt wird alles super. geht ja garnicht anders, mit einem blue moon im ärmel, sowas soll ja glück bringen – der letzte is ja auch schon wieder eine weile her, was? wikipedia sagt zudem Ein Blue Moon in der Silvesternacht ist ein Schauspiel, das in der Regel nur alle 20 Jahre auftritt. Am 31. Dezember 2009 gab es zudem noch eine Partielle Mondfinsternis. na da schau her, sogar astronomische trivia zum letzten tag im jahr, was will man mehr?

ich wünsche dir liebe und frieden!

und: do one thing every day that scares you.

motschgern und keppeln

wenn ich manchmal in einem motschger-loop gefangen bin, dann wünsche ich mir meist ein ventil, eine art rundablage für meine verbalen ergüsse, damit ich mich einerseits erleichtern kann, und ich meiner umwelt nicht allzu sehr auf den senkel gehe. ich glaube, so ein ventil habe ich jetzt gefunden: nämlich woofer. ist wie twitter, nur dass man mindestens 1400 zeichen tippen muss und nicht maximal 140. ich brauche mich also nicht mehr kurz fassen und kann all jene philosophischen gedankengänge von mir geben, die die welt nicht braucht und ich schon garnicht. den tag geschreibsel kann ich dann wohl ausmisten und mich fortan auf woofer/tschoerda konzentrieren mit meinem bla bla! den rest lesen »

berichterstattung

sollte ich vermeiden, dass dieses vormals so witzig-freche weblog jetzt eine dokumentationsplattform für eine nur minder lässige chronische krankheit wird?

hm … gute frage …

ehrlich, mich hat es in den letzten monaten wahnsinnig gewurmt, dass tschoerda.at so eingeschlafen ist und sich in meinem leben offensichtich überhaupt nichts mehr tut.

interessanterweise kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich es irrsinnig merkwürdig fand, dass karin sich damals so radikal zurückgezogen hat – und das schon monate, bevor bei ihr MS diagnostiziert wurde! ich war damals ziemlich auf halligalli drauf, hab mir ziemlich oft die kante gegeben (ich erinnere mich da im speziellen an eine localbühne-weihnachtsfeier … mann, mann, mann … da krieg ich ja heute noch kopfweh, wenn ich dran denke!) … ich konnte beim besten willen nicht verstehen, was der grund für war, warum karin sich so abgeseilt hat. mann, wir haben zu „mathar“ auf den tischen getanzt, hey!! jetzt verstehe ich allerdings. beziehungsweise ist es leider so, dass ich das ganze auch wieder nicht verstehe. denn ich habe auch bei mir diese krankeit nicht kommen sehen. und ich sah auch bei mir eigentlich keinen wirklichen auslöser dafür, warum ich mich so antriebslos ins schneckenhaus verzogen habe. ich dachte wirklich, das sei eine egoistische „phase“, in der ich niemanden haben will ausser mich selber …

man könnte nun meinen hiatus vom öffentlichen leben der letzten monate als genau so ein „drauf hinauslaufen“ interpretieren, nicht? ich tu das jedenfalls. mein rückzug war nämlich, wie bei karin, auch weder geplant noch als ein omen zu verstehen – es ist eben einfach so passiert. ich meine, ich mag euch alle noch immer so wie früher, ganz ehrlich! dass mir da nur keine zweifel aufkommen!

mann, hätte ich in meiner schneckenhaus-phase schon die leiseste idee gehabt, was auf mich zukommen würde, oder hätte ich damals schon die connection zu karins diagnose und die monate davor gemacht – ich hätte vermutlich den verstand verloren.

ich bin ja ein mensch, der gerne glaubt, jeden einzelnen aspekt im leben selber im griff zu haben und selbst beeinflussen zu können. ich weiß um die konsequenzen meiner handlungen (okay, zumindest meistens, und in der regel ausnahmslos im nachhinein *g*).

dass ich nichts, rein garnichts hätte tun können, um den ausbruch von MS zu verhindern, das ist irgendwie ein trost. ja ehrlich! ich kann mir jetzt nicht vorwerfen, mich den großteil meines lebens zu schlecht ernährt zu haben, sowieso schon immer zu faul gewesen zu sein, dann noch mit 25 zu rauchen angefangen zu haben … das sind alles faktoren, mit denen sich auch gesunde menschen ein frühes grab schaufeln (können, unter umständen).

dass ich allerdings auch überhaupt keinen einfluss darauf haben werde, wie die krankheit weitergeht und wie mein körper auf medikamente reagieren wird, das ist nun eine andere sache. das macht mir tatsächlich sorgen.

eines ist mir allerdings jetzt schon klar: ich möchte einen möglichst gesunden körper ins rennen schicken. ich sollte mich daher wohl mal eingehend mit meiner wampe befassen. oder auch mit dem rauchen … das, zugegebermaßen in den letzten tagen beinahe zum kettenrauchen mutiert ist.

shit happens, was?

jetzt auch noch pofeln aufhören?!
naja vielleicht demnächst.
heute noch nicht.

ich werd jetzt dann in die rotkreuz-ambulanz gehen und mir mein drittes packerl cortison reinzischen. ich hab irgendwie das gefühl, ein aufgeschwemmtes gesicht zu haben – was natürlich ein totaler blödsinn ist – eine kurztherapie wie die jetzt bei mir, ist bis auf ganz wenige ausnahmen praktisch frei von nebenwirkungen.

damals, ja damals …

da unsere eltern sich endlich daran gemacht haben, das alte *mädchenzimmer* von karin und mir jetzt gänzlich aufzulösen (sprich: im kasten die gestapelten kisten auszumisten und das zimmer anderweitig zu verwenden), stellen sich auch einige fragen, jedenfalls für mich: warum hebe ich so viel kleinzeug auf? gut, ich muss zugeben, an 75% dieser kleingegenstände kann ich ein spezifisches gefühl knüpfen. ziehe ich eine gefaltete uralt-eintrittkarte vom kino freistadt raus, als ich 17 war, dann fühle ich genau, wer ich damals war und wie lässig es dort allein zu dritt in der letzten reihe war. ich fürchte, dass sich diese vielen teenager-gefühle nicht von selber einstellen, wenn ich sie nicht an irgendein relikt knüpfen kann.

20 jahre meines lebens haben – nach ausgesprochen nostalgischem ausmustern – vermutlich bequem in 5 kisten platz. die letzten 10 jahre brauchen vermutlich das 10fache.

manches war allerdings echt schwer wegzuwerfen: schmeisse ich echt meine alten kassetten weg? ich habe sie nach nostalgischen „maaaaahhh, erinnerst dich noch, damals, 1987?!? (ich stand voll auf queen und simon und garfunkel …)“ mit beinahe schwerem herzen zum abschuss freigegeben. es reicht, die mukke von damals zu hören, and i’m there. zwar sind all die selber gemalten und ausgeschnippelten cover auch geil, aber fürs gefühl brauch ich die eigentlich nicht. music was my first love, and it will be my last.

oder: trenne ich mich auch vom amiga 500 und von den alten 5 1/4-zoll disketten? keine leichte entscheidung … doch eigentlich schon. mir scheint – nachdem meine „sicherungs“-cds von vor ein paar jahren schön langsam unlesbar werden – computer sind mehr und mehr ein flüchtiges medium. ich kauf mir halt ende des jahres einfach eine terabyte-festplatte und die sache hat sich – für ein kurzes computergeschichtliches weilchen zumindest.

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