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motschgern und keppeln

wenn ich manchmal in einem motschger-loop gefangen bin, dann wünsche ich mir meist ein ventil, eine art rundablage für meine verbalen ergüsse, damit ich mich einerseits erleichtern kann, und ich meiner umwelt nicht allzu sehr auf den senkel gehe. ich glaube, so ein ventil habe ich jetzt gefunden: nämlich woofer. ist wie twitter, nur dass man mindestens 1400 zeichen tippen muss und nicht maximal 140. ich brauche mich also nicht mehr kurz fassen und kann all jene philosophischen gedankengänge von mir geben, die die welt nicht braucht und ich schon garnicht. den tag geschreibsel kann ich dann wohl ausmisten und mich fortan auf woofer/tschoerda konzentrieren mit meinem bla bla!

also das ist schon auch spannend, als minimum 1400 zeichen tippseln zu müssen – oder zu dürfen? @digiom hat den link grad bei twitter gepostet und ich springe natürlich auf den zug auf! twitter hat mich ja eher darauf konditioniert, mich kurz zu fassen, woran ich mich im prinzip auch gerne halte. ich bin da generell pragmatischer, langes schwafeln steht mir nicht. beziehungsweise mag ich es einfach nicht, wenn man MICH anschwafelt. ich ahne böses – ich selbst krieg die klappe nicht zu, und anderen mensch mache ich blumige ausschmückungen zum vorwurf! aber das sind ja in wahrheit die ärgsten menschen: die intoleranten. so wie ich, offensichtlich. mir fällt schon auch auf, dass ich, je älter ich werde, immer mehr dazu neige, mich über alle möglichen sachen zu beschwerden. besonders dann, wenn ich mal etwas „unrund“ laufe, ja, da könnte ich keppeln wie eine große! hin und wieder fällt mir auf, dass ich sogar in einer art „keppel-loop“ gefangen bin! ich versuche dann möglichst schnell gegenzusteuern, denn ich bin dann generell wenig locker sondern eher verzwickt und verkrampft. und sind wir uns ehrlich, das kann doch auch nix, ständig verbissen mit zornfalten auf der stirn rumzulaufen und sich dabei noch ein saftiges magengeschwür zu züchten! nein, da lobe ich mir samstag vormittage im bett, der kaffee kocht sich drüben in der küche grad selbst, das netbook liegt griffbereit am nachtkastl und ich kann mir alles mögliche von der seele schreiben — das keinen interessiert, und mich meistens auch nicht, sind wir doch ehrlich! leben und leben lassen, das sollte ich mir schleunigst auf einen polster sticken, wenn ich mal wieder in einem „keppel-loop“ festhänge … und jetzt steh ich erst mal auf und mach mir ein gutes wochenend-frühstück. ist ja eh schon elf uhr.

1785, fürs erste garnicht so schlecht.

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