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Europa hat essen verlernt

Die Essensgewohnheiten der EU-Bürger gehen immer mehr in Richtung Fast Food. Die „traditionellen“ Mahlzeiten – morgens, mittags und abends – gibt es laut der Studie „New Mealtime Occasions and Locations 2003“ des britischen Forschungsinstituts Datamonitor so gut wie nicht mehr. Den Experten zufolge ist die „Snackkultur“ bereits Realität. „Zwischendurchmahlzeiten“ betragen bereits 40 Prozent der gesamten Nahrung, die in Europa zu sich genommen wird. Österreich wurde bei der Untersuchung nicht eigens berücksichtigt, ein Trend lässt sich jedoch quer durch die EU festmachen: Essen hat seine soziale Funktion verloren. Fast-Food-Ketten ernähren EU-Bürger: Die Veränderungen im Essverhalten hängen gemäß der Studie auch mit der fehlenden Einheit von Familien zusammen. Essen werde nicht mehr mit dem Aspekt der Gemeinschaft verbunden, sondern sei nur mehr ein „Mittel zum Zweck“. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass eine Mahlzeit lediglich satt machen müsse und nicht zu viel Zeit beanspruchen dürfe. „Der Zeitdruck der heutigen Gesellschaft verdrängt die traditionellen Essgewohnheiten“, begründete Dominik Nosalik von Datamonitor den steigenden Erfolg von Snacks. Da sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen dürfte, fordern Konsumentenschützer Fast Food-Ketten auf, zumindest gesünderes und abwechslungsreicheres Essen zu herzustellen. (via orf.at)

morgens ein reichliches frühstück, mittags ein üppiges essen und abends eine ordentliches jausn – das kenne ich tatsächlich nur mehr aus meiner kindheit! in letzter zeit esse ich zwar extrem wenig und dann auch vorwiegend gesund, aber ich muß leider feststellen, dass ich die soziale komponente des essens ansich ebenfalls völlig weglasse und die nahrungsaufnahme auch für mich nur mehr der sättigung dient. ich snacke mich durch den tag … zwar mit obst und vollwert, aber dennoch … highlights wie mit freunden essen gehen gibt es wirklich nur mehr sehr selten!
ich kann mich übrigens auch nicht erinnern, wann ich zuletzt genußvoll einen teller lehrgeräumt habe, ohne danach voll des schlechten gewissens ewigen verzicht geschworen zu haben. mein ambivalentes verhältnis zu nahrung verschiebt sich gerade von einem extrem ins andere und ich befürchte irgendwie, daraus dreht sich mir ein strick.

2 wortspenden: “Europa hat essen verlernt”

  1. christophk meint dazu:

    natürlich gibts auch den trend dagegen, wie z.b. jamie oliver zeigt – wo man sich wieder mehr zeit für gezielten zutateneinkauf und die schließliche gemeinsame zubereitung sowie das verspeisen nimmt. da kann fast-food nicht mit!

  2. derkochohnegewissen meint dazu:

    ich glaub gar nichts …

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