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dann stelle ich meinen körper wohl der wissenschaft zur verfügung

ich hab heute post bekommen:

da war auch ein brief dabei, der sich auf die ereignisse der letzten zeit bezog.
fand ich stark!
und man lässt mir jetzt bis mai zeit, um meine entscheidung zu überdenken und meinen austritt zurückzunehmen. ich kann mir zwar nicht vorstellen, das zu tun, aber ich sag auch niemals nie.

generell.

all diese dinge, die da oben nun als „ätsch, du bist raus!“ angeführt sind, lassen sich meines wissens nach mit den pfarrern der jeweiligen gemeinden ausverhandelt. und zum glück gibt in alljenen pfarren, die mir am nächsten stehen sehr seeeeeeehr liberale priester.

als ich gelesen hab, dass ich kein begräbnis bekommen werde, hab ich mir spontan gedacht: hui, dann sollen sie doch mein MS-krankes hirn in schöne scheiberl schneiden und hoffentlich was draus lernen, das vielen, vielen menschen mit MS hilft!

strange finde ich, dass ich trotz austritt offensichtlich im zweifelsfall *doch* kirchlich verheiratet sein kann. wie soll das denn gehen?!

4 wortspenden: “dann stelle ich meinen körper wohl der wissenschaft zur verfügung”

  1. oleschri meint dazu:

    Also i kann mir nicht vorstellen, dass du dir da etwas – wie du sagst – „ausverhandeln“ kannst. Außerdem wäre es ja a bissi strange, von Vertretern einer Gemeinschaft z.B. etwas zugesprochen bekommen zu wollen, mit deren Gemeinschaft du – zumindest im Moment – nicht wirklich etwas anfangen kannst… oder? ;)

    Aja, das mit der Ehe interpretiere ich (nur geraten, gell) mal so, das man halt nicht meinen soll, dass folgendes geht: Austreten – standesamtlich A heiraten – Eintreten – kirchlich B heiraten, sozusagen, weil ma ja bei der Heirat mit A ausgetreten war. Vielleicht is aber auch was anderes gemeint…

  2. kuemal meint dazu:

    naja es gibt schon die möglichkeit des beiseins eines priesters bei einer beerdigung nur ist dieser halt inoffiziell dabei dh. die ganze kirchl. liturgie entfällt (was die verwandten freuen wird da sie früher zum gulasch gehn können;-))

    bez. heirat nehm ich mal an das es so gemeint ist das wenn der partner mitgliedsbeitrag zahlt, der priester ja das recht auf das sakrament nicht absprechen kann (und wohl die kirche da auf die „missionarsstellung“ in der ehe pocht)

    bedenklich als zahlendes mitglied finde ich das in diesem brief nur auf die special events hingewiesen wird.. denn patenamt kann ich auch im mentalen sinne übernehmen… da brauch i keinen pfarrer dazu, recht auf kirchl. begräbnis – na toll…. einfach so liegen- oder hängenlassen dürfens mich eh ned… vlt. werden ja die „antichristen“ in naher zukunft einfach in die donau gschmissen..

    wahlrecht bei pfarrgemeinderatswahlen? bruhahahaaa… das is ja genauso witzig wie die diskussion wer von den goldhaubenfrauen jetzt die besseren weihnachtskekse bäckt…

    lange rede kurzer sinn… ich vermiss den einzigen grund in diesem brief warum man in der kirche bleibt der gleichzeitig auch der einzige ist warum man austritt… weil man es selbst für richtig hält und sich selbst treu bleibt….

  3. Andrea Mayer-Edoloeyi meint dazu:

    Dass ich Deinen Schritt bedauere, habe ich eh schon gesagt.

    Bei der Handhabung in der Pfarren, was mit Ausgetretenen ist bei den Sakramenten oder Sakramentalien (wie dem Begräbnis) ist lokal von Pfarre zu Pfarre sehr unterschiedlich, da gibt es sicherlich, gerade, wenn frau in der Stadt lebt, Spielraum. Ich finde aber aber durchaus auch sinnvoll und verständlich, von Menschen, die in welcher Form etwas von der Kirche wollen – und sei es die Übernahme eines Pat_innenamts – auch ein grundsätzliches Bekenntnis zur Kirche und einen Solidarbeitrag zu fordern, über die Form wie das passsiert, könnte aber vortrefflich gestritten werden. Ich kann ja z.B. auch bei keinem Verein eine Funktion übernehmen, wenn ich nicht Mitglied bin oder so. Nur entspricht es auch meinem Kirchenbild, dass alles doch auch möglichst einladend, offen und nicht formalistisch zu praktizieren.

    Bezüglich dem Heiraten ist es so, dass wenn zwei Ausgetretene standesamtlich heiraten, sie trotzdem auch kirchlich verheiratet sind, weil da einfach dann nur die Form fehlt. Das „Sakrament der Ehe“ spenden sich ja die Ehepartner_innen gegenseitig. Der Hinweis ist insofern sinnvoll (wenn auch etwas unklar formuliert, da gebe ich Dir recht), weil es Leute gibt, die dann Jahre später doch wieder in die Kirche wollen und kirchlich heiraten und dann aus allen Wolken fallen, dass das ein zweites Mal nach aktuellem kirchlichen Recht nicht geht, solange der/die Ehepartner_in lebt. (Meine Kirchenrechts-Vorlesung war offenbar doch nicht ganz umsonst ;-)

  4. m. meint dazu:

    http://www.kirchenaustritt.at

    hier nochmal, kompakt nachzulesen, ein paar hinweise.

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