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glauben heißt nichts wissen

glaube, im moment ein eher heikles thema, da ich mich dank interessanter online-lektüre auf dem weg von der agnostikerin zur atheistin befinde und mal wieder ernsthaft über einen austritt aus dem katholiken-verein nachdenke … dass grundsätzlich gutes passiert, wenn man sich ausreichend gut verhält, das denke ich allerdings immer noch und das mag mit meiner vorstellung von karma zu tun haben. karma, ein konzept, in das ich grundsätzlich ziemlich vertraue. aber kann man als atheistin überhaupt auf ein spirituelles konzept vertrauen? nachdem das vermutlich nicht zusammenpasst, bin ich wohl doch eher agnostikerin … die sache mit einem allmächtigen göttlichen wesen irritiert mich nämlich schon seit geraumer zeit sehr stark, ich denke, monotheismus ist für mich mittlerweile gestorben. keltisches neuheidentum hingegen finde ich sehr spannend – aber ohne all diesen esotherik-kram … mannmannmann – ist garnicht so leicht, sich aus all diesen halbweisheiten die „beste“ religion zurechtzuschustern! dewey hat schon recht: „… live our lives with as much kindness and decency as possible …“ – zumindest bis ich eine religion gefunden habe, die meinem westlichen digital-bohemianismus entspricht – hey warte mal, vielleicht ist das meine religion!

hidden cameras – i believe in the good of life

nachtrag

phew, meine tastatur ist gelegentlich schneller als das hirn, aber vermutlich kennt ihr das schon von mir. natürlich möchte ich keine religion verteufeln oder dissen und keinem/keiner gläubigen auf den schlipps steigen, soviel steht fest! hier geht es alleine um meine persönliche sinnsuche, die wie es scheint sehr affektiert rüberkommt – oder zumindest gefährlich dreiviertelwissend.

aufgewachsen bin ich nicht katholisch. gut, getauft, gefirmt und so, aber ohne irgendwelche konsequenzen fürs private. meine eltern sind nicht religiös, auch wenn sich meine mutter in den letzten jahren auf eine sinnsuche in katholischen ritualen begeben hat. ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meine kirchenbesuche ausserhalb von schulgottesdiensten, begräbnissen, taufen, kirchlichen hochzeiten usw. auf ein zweistelliges bringe. in 32 jahren nicht.

noch nie bin ich alleine und „weil ich grad wollte“ in einen gottesdienst gegangen. never. ich bin immer irgendwie an einer person, an einem ritual, an einer verpflichtung drangehangen. ich hatte in religiöser hinsicht nie eine eigene meinung, und der stadtpfarrer hat mich damals nur auf intervention meiner mutter zur firmung gelassen. warum? weil ich auf die frage, warum ich mich denn firmen lassen wolle, geantwortet habe „weils alle tun“. für mich die damals einzig richtige antwort, für den pfarrer unerhört, für meine mutter, die ins pfarrhaus zitiert wurde, im endeffekt irrsinnig peinlich.

ich selbst habe in den letzten jahren oft sinn in stundenlangen frage/antwort-spielen mit freunden gesucht, die dem russisch-orthodoxen glauben, dem islam, dem jüdischen, dem alt-katholischen und dem evangelischen glauben angehören. ich habe ein unglaublich großes interesse daran, wie sich religion, auch unterschiedliche religionen, für die einzelperson im alltag darstellen, ich habe mir als kind/teenager oft gewünscht, selbst einen gefestigten glauben zu haben.

gerade im letzten jahr hat sich für mich als halt- und glaubenslose katholikin immer wieder die frage gestellt, „wie ein allmächtiger gott sowas zulassen kann?“

ich stelle halt vermehrt fest, dass ich besser und zufriedener lebe, wenn ich die suche nach einer „übermacht“, auf die ich meine troubles abwälzen kann, beiseite lege und ich meine geschicke einfach selbst in die hand nehme, spiritualität nicht durch angelernte katholisch rituale erlebe, sondern durch gelebte menschenliebe, verständnis und umsicht.

altruistisch halt, aber weltlich. ist das verständlich?

nochmal: habe ich deine religiösen gefühle verletzt, so tut mir das leid und war keineswegs meine absicht.

nach-nachtrag: das finde ich nicht!

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