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30. tage der deutschsprachigen literatur

meine seltsame faszination mit dem bachmann-preis, die mich mit erstaunlicher regelmässigkeit zu den lesungen vor den fernseher zieht – und das, obwohl ich es nur mir mühe schaffe, auch nur ein buch pro jahr zu lesen – veranlasst mich, auf kathrin passig hinzuweisen, deren text mir ausserordentlich gefällt, der zauberhaft von ihr vorgetragen wurde und der jetzt auch die kritiker begeistert.

kathrin passig sollte gewinnen.

und ich sollte mehr lesen.

nachtrag:

kathrin passig hat gerade den bachmannpreis gewonnen. obwohl meiner meinung nach ihre schöne art zu lesen enorm zur wirkung des textes beigetragen hat, werde ich mir das teil jetzt erstmal runterladen – „wenn wir jetzt schinken hätten, könnten wir rührei mit schinken machen, wenn wir eier hätten“

– der telekom-preis geht an bodo hell.
– der 3sat-preis geht an norbert scheuer.
– der ernst-willner-preis geht an angelika overath.
– der kelag-publikumspreis geht ebenfalls an kathrin passig.

live-literaturpreisabstimmungen im tv sind spannender, als man meinen mag. die allgemeine verwirrung beim auszählen der stimmen, durch die sich der anwesende jurist mit dem moderator quälen, hat etwas putziges und entbehrt nicht einer gewissen komik.
man möge mich für diese aussage bitte nicht auf den scheiterhaufen werfen, aber der unfreiwillige slapstik bei der abstimmung wirft für mich zusätzlich die frage auf, ob literaturmenschen, so genial sie auch sind, im system da draussen, in der bürokratie, im leben abseits der literatur überhaupt funktionieren und ohne zu leiden überleben können … literatInnen und kritikerInnen sind zuweilen ein seltsames völkchen – vielleicht schreiben sie ja gerade deswegen ….

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