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archiv: August, 2006

damals, ja damals …

da unsere eltern sich endlich daran gemacht haben, das alte *mädchenzimmer* von karin und mir jetzt gänzlich aufzulösen (sprich: im kasten die gestapelten kisten auszumisten und das zimmer anderweitig zu verwenden), stellen sich auch einige fragen, jedenfalls für mich: warum hebe ich so viel kleinzeug auf? gut, ich muss zugeben, an 75% dieser kleingegenstände kann ich ein spezifisches gefühl knüpfen. ziehe ich eine gefaltete uralt-eintrittkarte vom kino freistadt raus, als ich 17 war, dann fühle ich genau, wer ich damals war und wie lässig es dort allein zu dritt in der letzten reihe war. ich fürchte, dass sich diese vielen teenager-gefühle nicht von selber einstellen, wenn ich sie nicht an irgendein relikt knüpfen kann.

20 jahre meines lebens haben – nach ausgesprochen nostalgischem ausmustern – vermutlich bequem in 5 kisten platz. die letzten 10 jahre brauchen vermutlich das 10fache.

manches war allerdings echt schwer wegzuwerfen: schmeisse ich echt meine alten kassetten weg? ich habe sie nach nostalgischen „maaaaahhh, erinnerst dich noch, damals, 1987?!? (ich stand voll auf queen und simon und garfunkel …)“ mit beinahe schwerem herzen zum abschuss freigegeben. es reicht, die mukke von damals zu hören, and i’m there. zwar sind all die selber gemalten und ausgeschnippelten cover auch geil, aber fürs gefühl brauch ich die eigentlich nicht. music was my first love, and it will be my last.

oder: trenne ich mich auch vom amiga 500 und von den alten 5 1/4-zoll disketten? keine leichte entscheidung … doch eigentlich schon. mir scheint – nachdem meine „sicherungs“-cds von vor ein paar jahren schön langsam unlesbar werden – computer sind mehr und mehr ein flüchtiges medium. ich kauf mir halt ende des jahres einfach eine terabyte-festplatte und die sache hat sich – für ein kurzes computergeschichtliches weilchen zumindest.

heute unbedingt anhören

homebase-summerparade (19-22) – da gibts nämlich eine reportage über das berühmte BACKLAB COLLECTIVE aus linz!

gerade sehe ich donnie darko

vor allem der hase scares the shit out of me.
überaus verwirrend das ganze.

ein multimediales erlebnispuzzle also?

pay close attention.
you could miss something.

scheinselbstständigkeit

… Callcenter wollen 10.00 Jobs abziehen
Mit einer Drohung der österreichischen Callcenter-Betreiber erhält die Thematik noch weiter Brisanz: Sie drohen wegen einer geplanten Vereinbarung, wonach normal beschäftigte Mitarbeiter künftig angestellt werden müssen, mit dem Abzug von tausenden Arbeitsplätzen aus Österreich.
Von 30.000 Call-Center-Jobs in Österreich dürften 10.000 ins Ausland verlagert werden, sagte Thomas Kloibhofer, Chef des Unternehmens Competence Call Centers (CCC), in einem Interview mit der „Presse“ (Freitag-Ausgabe).
Die Sozialpartner verhandeln seit Ende Juni über eine solche Vereinbarung. Laut Gewerkschaft hat die österreichische Callcenter-Branche rund 10.000 freie Mitarbeiter, wovon rund 8.000 wie Angestellte beschäftigt seien sollen. Wirtschaftskammer und Gewerkschaft haben angekündigt, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber weitgehende Rechtssicherheit schaffen zu wollen…
interessant, zumindest für mich als callgirl im CCC … mehr auf orf.at

nachtrag: meine meinung zum thema

zum einen kommt mir als studentin die freie zeiteinteilung natürlich ausgesprochen entgegen. brauche ich mal unverhofft 2 wochen frei, dann teile ich mir halt keinen dienst ein. was das bei 7,23 brutto an weniger einkommen ausmacht, kann man sich ausrechnen.

zum anderen ist die sache mit dem nichtversichertsein schon ein problem.

als ich vor einem jahr um mein selbsterhalter-stip angesucht hab, stellte ich erschrocken fest, dass ich zwar seit 10 jahren arbeiten gehe, aber nur mit müh und not auf die geforderten versicherungszeiten und verdienste kam.

stolperstein: man muss zumindest 48 monate einkünfte bezogen haben, welche jährlich mindestens 7.272 euro betragen haben.

vier jahre arbeit? kein problem!
dachte ich jedenfalls.

dass ich den großteil meines berufstätigen lebens in geringfügigen oder so-lala-beschäftigungsverhältnissen gearbeitet habe, hat mir beinahe das genick gebrochen. dass ich dabei kaum korrekt versichert und angemeldet war, war mir nie bewusst.

ich hatte ja arbeit.
und ich hab ja geld verdient.

bewusst war mir auch nicht, dass ich mehr als 6 jahre von der hand in den mund lebte, und das eigentlich unter der vielzitierten armutsgrenze.

erstaunliche erkenntnis, ehrlich gesagt. ich habe genau einmal in meinem leben mehr als 850 euro monatlich verdient, und das war, als ich als programmiererin, wo ich sonst halbtags arbeitete (wegen des informatik-studiums), einen sommer lang mal voll angestellt war.

ich hab zwar trotzdem immer ein bissi was sparen können, aber diese ersparnisse sind blitzschnell draufgegangen, als ich wieder zu studieren anfing und wegen den 3 semestern informatik kein anrecht auf stip hatte.

es ist nicht nur ernüchternd, dass von 10 jahren arbeiten gehen nur knapp 4 jahre „wertvoll“ waren. arbeits- und sozialrechtlich gesehen. nicht auszudenken, wenn ich in meiner situation schwanger werden würde. ich würde dann nur mehr die möglichkeit haben, notstandshilfe zu beantragen, man stelle sich das mal vor. auf alle anderen finanziellen zuwendungen hätte ich keinerlei anrecht, weil ich nicht genug versicherugsmonate vorweisen kann.

es ist ernüchternd, dass von 10 jahren arbeiten gehen kein cent auf der hohen kante bleibt, sondern im endeffekt auch noch schulden entstehen, an denen ich jetzt noch kiefel.

ich kann mir garnicht vorstellen wie es sein muss, mehr geld im börserl zu haben, als die rechnungen ausmachen. aber ich kann alle meine ausgaben, auch so luxuriöse sachen wie „internet“ oder „zigaretten“ mit meinem einkommen abdecken.

„urlaub fahren“ ist da allerdings nicht drin. oder „auto kaputt“.

zwei wochen urlaub heißen in meinem leben nicht, das urlaubsgeld auf den kopf zu hauen, sondern bei mir heißt das, 300 euro weniger verdienen zu können, weil ich ja wegfahren will und in der zeit nicht arbeiten gehen kann. und „auto kaputt“ heißt für mich „straßenbahnfahren“. „laptop tot“ heißt „keinen neuen laptop kaufen“.

urlaubsgeld? was war das nochmal? ich hab seit 6 jahren kein urlaubs- und weihnachtsgeld mehr gesehen. muss voll cool sein, zweimal im jahr „einfach so“ doppelt soviel kohle am paycheck zu haben.

was würd ich wohl damit machen?! wow, das wäre definitiv ein highlight! ich würde mir sofort einen neuen lappy kaufen. so muss ich halt sparen. in 6-8 monaten kann ich dann vielleicht mal drüber nachdenken anfangen. dann hab ich vielleicht 500 euro auf die seite schaffen können.

ich bin aber nicht unzufrieden mit meinem leben. ich mach genau das, was ich will. ich rauche wie ein schlot und kauf mir oft dvds, bücher und zeitschriften. ich hab eine geile digitalkamera und zwei rechner (von denen zugegebenermaßen einer alt und einer eh tot ist). ich lasse mir einmal in der woche lebensmittel vom biohof liefern. ich hab alle luxusgüter, die ich brauche.

in meinem alter denken die meisten menschen wohl drüber nach, sich die erste eigentumswohnung anzuschaffen. ich denke darüber nach, ob ich mir in 10 monaten, nach hartem sparen, einen neuen laptop kaufen kann. sofern nichts anderes finanziell ungeplantes dazuwischenkommt. wie zum beispiel ein teurer zahnarztbesuch. mehr ist mit zirka 850 euro monatlich, von denen 606 aus einem stipendium bestehen, einfach nicht drin.

„live your dream“ hat also durchaus seinen preis.

aber ich bin bestimmt nicht die einzige, der’s so geht. noch mehr zum thema, die sache mit den callcenter-arbeitsverträgen scheint ein wenig zu eskalieren: gewerkschaft vs. callcenter

kleidungsumschwung

kleidungsumschwung

nach schier endlosen wochen in flipflops und kurzen shirts fühlt es sich ausgesprochen merkwürdig an, in festem schuhwerk und langem leiberl durch den regen zu waaten.

busfahrt im dem 43er

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