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Rezensionen:
Markus Köhle nimmt die Folie des Heimatromans als Grundlage,
um darauf eine Wahnsinnspartie Dorfleben der Gegenwart zu installieren.
(…) Markus Köhle lässt seinen Ich-Erzähler
frech durch das potemkinsche Dorf der Heimat stapfen. Die Gedanken
sind logisch aber für den schmeichlerischen Überlebenskurs
zu Hause oft etwas zu undiplomatisch formuliert, die Sachverhalte
werden rigoros enttarnt, aber manchmal passt die Sprache nicht ganz,
die Träume werden romantisch präsentiert und dann knallhart
an die Wand gefahren. Es sind eben defekte Mutanten am Werk, urban
und rural in einem Aufwaschen, aber natürlich herzhaft überdreht,
wenn sie in den abgefackten Kulissen eines Alpendorfes herum wandeln
müssen. Ein brutal genauer, tierisch sorgfältiger Heimatroman!
Helmuth
Schönauer, lesen.tsn.at
Bei der Fruchtwechselwirtschaft im Wortfeld haben sich Verkreuzungen
ergeben, Metaphernwildwuchs und Verkofferwortungen (siehe Titel!)
schießen ins Kraut, worauf herrlich dichte Prosa gedeiht.
Frei nach Hegel nach Köhle: Diese Form ist kein Zufall, aber
trotzdem hat sich das notwendige durchgesetzt. Als geometrischer
Heimatroman wäre „Dorfdefektmutanten“ eine Kantenkugel:
Der Text berührt alle Kanten der gegebenen Polysemien. Und
gerade weil der Roman so ausflockt, liest er sich stringent und
angenehm locker.
Martin
Fritz, thegap
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Zum Buch:
Markus Köhle
DORFDEFEKTMUTANTEN
Ein Heimatroman
Hereinspaziert, hereinspaziert und herzlich willkommen im Raststadel!
Machen Sie es sich bequem, genießen Sie den Rustikalschick
auf dem Dorf, fühlen Sie sich wie zu Hause zwischen Tourismus
und Transit, Bürgermeisterschnapsideen und Rauschkindern.
„Dorfdefektmutanten“ ist ein moderner Heimatroman und
knackiger Entwicklungsroman – ansässig in den Schauplätzen
der Tiroler Provinz und der Großstadt Wien.
Ein quietschvergnügter und kluger Roman über die Nöte
des Erwachsenwerdens und die Freuden des Erwachsenseins.
Zum Milena
Verlag
Online kaufen bei tubuk.com
Rezensionen:
Markus Köhle stellt neben der Geschichte des Hausmeisters
auch die Machtverhältnisse und die Missstände am Land
dar. Geschickt flicht er scheinbar alle sozialen Probleme des Tiroler
Provinzlebens in die Romanhandlung ein, ohne dass es überladen
wirkt: den Strukturwandel, der Tirol erfasst hat, die Zersiedelung
und Zerfransung der Dörfer, das „Quasi-Medienmonopol“
der Tiroler Tageszeitung, Alkoholismus, Migration, Katholizismus,
Provinzialität, etc. Wem dies abgedroschen und nur allzu bekannt
vorkommen mag, kann beruhigt sein, auch Köhle kennt die Klassiker
des „Anti-Heimatromans“, zitiert und parodiert sie.
(…) Wer aufgrund des Titels oder der Illustrationen eine trashige
Zombiestory erwartet, der/die wird von Köhles Roman wohl enttäuscht
sein, allen anderen ist "Dorfdefektmutanten" uneingeschränkt
zu empfehlen.

Simon
Welebil, FM4
"Dorfdefektmutanten" ist ein Heimatroman, der von existentieller
Heimatlosigkeit erzählt, von einem, der auszog, das Fürchten
zu lernen, und geschlagen wieder zurückkehrte, um fortan ein
stilles, zurückgezogenes Dasein als Hausmeister des Raststadels
zu fristen. (…) Köhles Ich-Erzähler ist ein eloquenter
Maulheld, ein Schwadronierkünstler, komisch und trist, lakonisch
und klug.
Martina
Wunderer, literaturhaus.at
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